Abschlussklasse der 10er – AK26
„10 Jahre gewachsen“: Ein emotionaler und humorvoller Abschied des 10. Jahrgangs an der Montessori Gesamtschule Sendenhorst
Sendenhorst, 10.07.2026– Ein bedeutender Meilenstein ist geschafft: In einem feierlichen, von großem Zusammenhalt geprägten Rahmen verabschiedete die Montessori Gesamtschule Sendenhorst stolz ihren 10. Jahrgang. Unter dem humorvollen Abschlussmotto „Unschuldig und trotzdem 10 Jahre gesessen“ kamen Absolventinnen und Absolventen, Lehrkräfte sowie Familien in der Sporthalle zusammen, um diesen besonderen Tag gebührend zu feiern.

Ein Blick zurück mit Humor und Anerkennung
Schulleiter David Gelinski griff das humorvolle Motto der Klasse direkt in seiner Begrüßung auf: „Liebe Schülerinnen und Schüler, so schlimm wie ‚eingesessen‘ zu haben, war eure Schulzeit bei uns hoffentlich nicht“, stieg er schmunzelnd ein, um den Abschlussjahrgang 2026 offiziell willkommen zu heißen. Hinter den Jugendlichen lägen Jahre des Ausprobierens, des Lernens und des Reifens. Neben Fachwissen hätten sie essenzielle Fähigkeiten wie Teamgeist, Durchhaltevermögen und ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein erworben, mit denen sie im ersten Moment scheinbar unüberwindbare Hürden meisterten.
Besonders hob er die Gabe der Klasse hervor, immer wieder für positive Überraschungen zu sorgen: „Liebe Eltern, Sie hätten die Kostüme während der Mottowoche sehen müssen! Ob als Pirat, Sträfling, Gefängniswärter, FBI-Agent oder Sherlock Holmes – das war Perfektion und Hingabe mit Blick fürs Detail.“ Gelinski zitierte die Leiterin des Fachbereichs Darstellen und Gestalten, Frau Müller: „Wow, das ist einfach nur der Hammer!“
Auch der ganz normale Alltag bot unvergessliche Momente. So lernte der Schulleiter in den Mittagspausen in der Mensa unfreiwillig alles über Logistik sowie die spezifischen Vor- und Nachteil der LKW-Marken MAN und Scania. Und noch am Vortag, beim Absolventen-Aktionstag, mutierte die Schule spontan zum Haarsalon: „Die Haarschnitte sahen richtig gut aus. Ich hatte das Gefühl, wahren Meistern bei ihrer Kunst zuzusehen.“
Mit Blick auf die Zukunft betonte Gelinski, dass die Schule ein Ort des Lebens sei, an dem Freundschaften fürs Leben entstanden sind. Auch wenn in den vergangenen Jahren diskutiert und manchmal gestritten wurde, sei jeder Einzelne an seinen Aufgaben gewachsen. „Wenn ich daran denke, dass bei all den Experimenten der Chemieraum nicht in die Luft gejagt wurde, kann man den langen ‚Haftstrafen‘ bei uns doch durchaus etwas Positives abgewinnen“, scherzte er. Er appellierte an die Jugendlichen, über regelmäßige Klassentreffen in Kontakt zu bleiben.
Sein besonderer Dank galt den Familien für den steten Rückhalt und dem Kollegium für das Engagement, das oft weit über den Lehrplan hinausging. Unter tosendem Applaus würdigte er ganz besonders Klassenlehrerin Jennifer Töns, die sich stets mit einem zutiefst wertschätzenden Blick für ihre „Insassen“ eingesetzt habe.

Auch Katrin Reuscher, Bürgermeisterin der Stadt Sendenhorst, gratulierte herzlich im Namen der Bürgerinnen und Bürger. Sie bezog sich auf das afrikanische Sprichwort „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“ und dankte den Jugendlichen für ihr starkes lokales Engagement, unter anderem im Wangari-Wald. Sie ermutigte die Absolventen, die Welt zu erkunden, aber ihre Talente irgendwann wieder in die Heimat zurückzubringen.

Dank der Eltern: Ein starkes Fundament und Geschenke mit Tiefsinn
Dass für den Erfolg einer Schule viele Hände ineinandergreifen müssen, betonten die Elternvertreter Henrich Berkhoff und Nicole de Vries in ihrer gemeinsamen Ansprache. Henrich Berkhoff, der sich seit Jahren im Schulträgerverein und Förderverein engagiert, lobte den starken Rückhalt durch die Stadt Sendenhorst, die eine im Kreis Warendorf einzigartige Schule geschaffen habe. Besonders hob er die familiäre Atmosphäre hervor: „Es ist ein kleines System, hier kennt jeder jeden. Die Lehrkräfte kennen jeden Schüler sehr gut und fördern die individuellen Stärken und Ressourcen.“ Wie viel die Jugendlichen zu leisten imstande sind, zeigte Berkhoff am Beispiel des Projekts „Ping-Pong Parkinson“, mit dem es die Schüler bis ins Fernsehen geschafft hatten.
Schulpflegschaftsvorsitzende Nicole de Vries richtete emotionale Worte direkt an die Absolventen. Nachdem sie die Jugendlichen gebeten hatte, aufzustehen und sich bei ihren Familien zu bedanken – „für die grauen Haare und das strapazierte Nervengerüst an manchen Tagen“ –, betonte sie stolz: „Eigentlich danken wir euch dafür, dass wir euch begleiten durften.“ Ein besonderer Dank der Elternschaft ging zudem an die engagierte Elternvertreterin Rabea Wollenberg, an den Schulleiter David Gelinski sowie Geschäftsführer Herrn Lenze für die konstruktive Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Ein ganz zentraler und emotionaler Höhepunkt der Elternrede war der tief empfundene Dank an Klassenlehrerin Jennifer Töns. „Ohne Sie wäre das an vielen Stellen gar nicht möglich gewesen“, betonte Nicole de Vries sichtlich gerührt. „Sie haben unendlich viel Zeit investiert und Geduld bewiesen – nicht nur mit den Kindern, sondern auch mit uns Eltern, wenn wir die Sprechzeiten mal wieder überstrapaziert haben.“
Als Zeichen dieser besonderen Verbundenheit überreichten die Eltern Präsente mit Symbolcharakter: Eine fröhliche Blumenkombination für eine stets lebensfrohe Pädagogin, einen kleinen Schutzengel für ihre täglichen Autofahrten zur Schule sowie ein dekoratives Licht. „Sie sind für die Kinder einfach ein echter Lichtpunkt gewesen“, so de Vries. Und mit einem Augenzwinkern gab es noch eine Portion Schokolade als bewährten Stimmungsaufheller für zukünftige Lehrertage dazu.

Wenn aus Fremden Freunde werden
Unter großem Applaus trat die Klassensprecherin Nelly mit einer Rede die Johanna zusammen mit ihr schrieb, ans Mikrofon. Nelly, die gleichzeitig das Amt der Schülersprecherin bekleidet, führte das Publikum zurück zu den Anfängen: „Wir erinnern uns an unseren ersten Schultag. Viele von uns waren aufgeregt, manche hatten Angst. Niemand wusste, was auf uns zukommt. Doch aus fremden Gesichtern wurden Klassenkameraden, daraus wurden Freunde – und schließlich Menschen, die ein fester Teil unseres Lebens sind.“
Die Schulzeit habe aus unzähligen kleinen Momenten bestanden: Den Gesprächen auf den Fluren, den Referaten, die manchmal erst am Abend vorher entstanden sind, aber „trotzdem immer irgendwie funktioniert haben“, und den stets stimmungsvollen Experimenten mit Herrn Kössendrup. Auch an den Schüler Ahmad und seine legendären, immer interessanten Fragen erinnerte Nelly mit einem Schmunzeln.
Mit einem selbst verfassten, tief berührenden Gedicht fing Nelly die bittersüße Stimmung des Abschieds perfekt ein:
„Ein letztes Mal zusammen lachen, ein letztes Mal durch die Gänge gehen, durch Erinnerungen laut und leise. Denn Schule war nur ein Gebäude, sie war ein Stück unserer Reise. Nun brechen die letzten Stunden an und wir merken, was man eigentlich an Schule so schätzen kann. Doch das letzte Mal von heute fühlt sich plötzlich an wie der Anfang von morgen.“
Nelly betonte, dass die Schule sie nicht nur auf Prüfungen, sondern auf das Leben vorbereitet habe: „Sie hat uns gezeigt, dass Fehler dazugehören, dass man aus Rückschlägen lernt und dass man im Zusammenhalt fast alles schaffen kann. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt, aber wir sind bereit dafür!“ Unter Tränen und Applaus dankten sie den Familien fürs morgendliche Wecken und Daumendrücken sowie dem gesamten Kollegium und ganz besonders ihrer Klassenlehrerin Frau Töns für ihren unermüdlichen Einsatz als stets offenes Ohr bei Sorgen.

Der Spieß wird umgedreht: Zeugnisse für das Kollegium
Für einen der humorvollen Höhepunkte des Tages sorgten die Schüler Oskar und Maxi, die einen von ihren Mitschülerinnen Sonora, Franka und Johanna verfassten Beitrag der Klasse vortrugen. „Zehn Jahre wurden wir jetzt von unseren Lehrern bewertet. Heute drehen wir den Spieß endlich um!“, kündigten die beiden schmunzelnd an und verteilten verbal die „Zeugnisse“ an ihr Lehrer-Team.
Dabei bekam jede Lehrkraft ihr Fett weg – gepaart mit einer großen Portion Dankbarkeit: Mathe-Lehrerin Frau Reinecke wurde für ihren unerschütterlichen Optimismus gelobt, auch wenn sie bei Fragen manchmal „in Lichtgeschwindigkeit“ durch den Raum düste. Herr Iwanzow wurde für seine ansteckend gute Laune – selbst im Mathe-Unterricht des Lockdowns – und Herrn Kössendrups Lebensweisheit „Mathe macht glücklich“ gewürdigt. Ein großes „Thank you for everything“ ging an die Englisch-Fachschaft, während stellvertretende Schulleiterin Dr. Sabine Menninghaus dafür gedankt wurde, dass sie stets das verborgene Potenzial der Jugendlichen erkannte.
Auch emotionale Abschiede wurden gefeiert: Für Deutschlehrerin Frau Fleuter war es ebenfalls der letzte Schultag. Herr Wefers punktete bei den Jugendlichen mit spannenden Experimenten und unvergesslichen A-Capella-Geburtstagsständchen, während die Pädagogische Assistentin Frau Dornscheid als treue Seele gewürdigt wurde, die „manchmal verpetzt, manchmal aber auch einfach mitgemacht hat.“
Das absolute Prädikat „Bestnote“ hoben sich die Schüler für das Ende auf: „Wir hätten uns keine bessere Klassenlehrerin als Sie vorstellen können, Frau Töns!“ Unter großem Applaus bedankte sich die Klasse bei allen weiteren Fachlehrkräften sowie der Schulleitung mit persönlichen Geschenken für die jahrelange Unterstützung.

Vom „Chaos-Trupp“ zur herzlichen Gemeinschaft
Die sichtlich gerührte Klassenlehrerin Jennifer Töns blickte in ihrer Ansprache emotional auf die gemeinsamen Jahre zurück. Sie erinnerte sich schmunzelnd an den ersten Eindruck in Klasse 5: einen „trödeligen Chaos-Trupp mit ausgeprägtem Debattierbedarf“. Der Wendepunkt kam in Klasse 7, als sie die Klasse spontan in Englisch vertreten musste: „Danke, dass ihr mich damals mit meinem gefährlichen Halbwissen gerettet und mit mir gemeinsam das Buch durchgeboxt habt!“
Mit dem offiziellen Start des Klassenleitungsteams (gemeinsam mit Dr. Sabine Menninghaus) in Klasse 8 stand ein besonderer tierischer Begleiter im Fokus: Ein Plüschalpaka, den Klassensprecherin Nelli einst vor dem Tierheim gerettet hatte, wurde Frau Töns am zweiten Schultag feierlich zur Pflege übergeben – die Übernahme der Klasse war damit perfekt.
Töns betonte, wie wichtig ihr gegenseitiger Respekt, Empathie und die Gewissheit waren, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt. Sie erinnerte an die Klassenfahrten: Nach Flensburg, wo sie von den Schülern erst auf einen Baum gelockt und dann beim Sprung wieder aufgefangen wurde, und das dreiwöchige Betriebspraktikum in Klasse 9, von dem die Jugendlichen spürbar gereift zurückkehrten. Nach der Berlinfahrt in Klasse 10 stand für sie fest: „Der Chaos-Trupp hat sich bestätigt – aber einer mit unglaublich viel Herz und Humor. Es gab viel mehr Tränen vor Freude und Lachen als vor Kummer.“
„Nicht 10 Jahre gesessen, sondern 10 Jahre gewachsen“
Die stellvertretende Schulleiterin Dr. Sabine Menninghaus griff in ihrer Rede das Knast-Motto der Schüler philosophisch auf: „Als stellvertretende Leitung dieser ‚Anstalt‘ und Teil des Teams, das eure Resozialisierung begleiten durfte, will ich ehrlich sein: Der Start in Klasse 8 war unruhig.“ Als neue Englischlehrerin forderte sie plötzlich englische Texte, was anfangs zu kreativen Abwehrreaktionen der Klasse führte. Doch mit der Mittelstufe zog das Montessori-Konzept „Eigenverantwortung statt Vollversorgung“ ein.
Besonders stolz zeigte sich Menninghaus über die Entwicklung in den letzten anderthalb Jahren. Bei den „Sozialgenial“-Projekten erlebte sie die Jugendlichen als selbstständige Organisatoren, die die Schule in Sendenhorst absolut sympathisch vertraten. Auch die Klassenfahrten blieben ihr in bester Erinnerung: Ob in Flensburg, wo die Schüler den Pädagoginnen im Teamgeist sogar Gesichtsmasken auftrugen, oder in Berlin, wo die Jugendlichen tief bewegt das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen besichtigten und sich vorbildlicher als manch andere Schulklasse verhielten. Ein Highlight war ein gemeinsamer, gemütlicher Abend auf dem Zimmer der Jugendlichen, um die Fußball-Europameisterschaft zu schauen.
„Wenn ich an euch als Achtklässler denke, hieße das Motto wohl eher: 10 Jahre unruhig gesessen“, resümierte Menninghaus schmunzelnd. „Heute sehe ich etwas ganz anderes. Deshalb formuliere ich um: Nicht 10 Jahre unschuldig gesessen, sondern 10 Jahre gewachsen! Ihr werdet nicht entlassen, weil eure Zeit abgelaufen ist, sondern weil ihr bereit seid für die Gesellschaft.“ Zum Abschluss dankte sie ihrer Co-Klassenleitung Jennifer Töns für die wunderbare Zusammenarbeit, ihre Struktur und ihre Ruhe

Besondere Ehrungen und feierlicher Ausklang
Ein besonderes Highlight vor der Zeugnisübergabe war die Nominierung von drei Schülerinnen für einen renommierten Schülerpreis: Beatrice wurde für ihren außergewöhnlichen Fleiß in Schule, Sport und Musik geehrt; Adelina als „Sonnenschein der Klasse“ für ihr herausragendes soziales Einfühlungsvermögen; und Louey für seinen beeindruckenden Ehrgeiz und herausragende schulische Leistungen trotz eines schwierigen Lebenswegs.

Nach der feierlichen Übergabe der Abschlusszeugnisse verlagerte sich das Geschehen bei strahlendem Sonnenschein auf den Schulhof. Bei einem Sektempfang stießen Familien und Lehrkräfte gemeinsam auf die Zukunft der Jugendlichen an. Der unvergessliche Tag fand schließlich am Abend einen privaten und gemütlichen Ausklang: Auf dem Hof einer der Abschluss-Familien feierte die Jahrgangsgemeinschaft in vertrauter Runde bis in die Nachtstunden hinein.

